Projekt im Rahmen des Ph.D: Die Päsenz des Abjekten in der zeitgenössischen Kunstproduktion
BAUHAUS UNIVERSITÄT WEIMAR


Das Projekt SCHLAFBOX erforscht die sozialen und politischen Aspekte der Obdachlosigkeit mit dem Ziel, einen fruchtbaren Diskussionsraum zu eröffnen. Kunst wird der aktive Vermittler zwischen zwei unterschiedlichen sozialen Ebenen: den Ausgegrenzten (gesellschaftliche Randgruppen / Obdachlose) und den Ausgrenzenden. Die Installation der Kapseln im öffentlichen Raum und ihre Benutzung durch Obdachlose kontaminieren die urbane Ästhetik und legen zwei Perspektiven frei: Sauberkeit und Ordnung einerseits und Not und Notwendigkeit andererseits – das Saubere und das Schmutzige, das Menschliche und das Animalische.
Das Projekt gliedert sich in drei Phasen. Die erste definiert den Fokus und stellt folgende These auf. Kunst ist noch immer fähig, die Gesellschaft wachzurütteln, sie auf ein soziales Problem wie Obdachlosigkeit aufmerksam zu machen und eine politische Debatte zu entfachen. Die zweite Phase ist Feldforschung in Berlin in den Jahren von 2009 bis 2012, die auf Recherchen und Interviews mit Obdachlosen, Sozialarbeitern, Psychologen und Soziologen basiert. Die letzte Phase ist das materialisierte Ergebnis der künstlerischen Forschung: die Gestaltung des Kunstobjekts “Schlafkapseln”. Sie wenden sich an diese Personengruppe und sind als “aktiv” konzipiert – als tauschbarer Platz, nicht als Wohnsitz (passiv).  

Sie sollen in einem isolierenden, schlag- und feuerfesten Polycarbonat gefertigt werden, das leicht zu reinigen ist und vor allen Dingen auch einfach in eine Serienfertigung gehen kann. Sie geben einem Erwachsenen und einem Hund eine Mindestqualität an Übernachtungskomfort. Sie schützt vor, Regen, Kälte und Gewalt und bietet eine Grundmaß an intimer Wohnmöglichkeit.




Copyright Valentina Torrado 2013
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